Die Bremse


Was muss die Bremse können?

Ganz klar: Die Bremse soll das Fahrzeug anhalten. Einerseits muss sie Geschwindigkeit drosseln können, andererseits den völligen Stillstand schnell herstellen – und das ohne die Spur zu verlassen. Außerdem muss die Bremse das Fahrzeug im geparkten Zustand bei abschüssiger Lage im Stillstand halten. Laut Vorschrift werden für diese beiden Funktionen – Betriebsbremse und Feststellbremse – zwei unabhängige Systeme eingesetzt. Darüber hinaus muss auch die Betriebsbremse aus zwei getrennten Bremskreisen bestehen, sodass auch im Notfall noch jeweils ein Rad pro Seite gebremst werden kann. Für die Stabilisierung des Systems sorgen seit den 1970ern aktive Sicherheitssysteme wie das Antiblockiersystem (ABS) oder die Antriebsschlupfregelung (ASR).

Da die Bremse zu den sicherheitsrelevantesten Systemen am Auto zählt, ist die Qualität ihrer Teile für Autofahrer überlebenswichtig. Die Bremse muss sehr strapazierfähig sein, denn die Temperatur an den Bremsbelägen erreicht schnell einmal 700 bis 800° Celsius. Zur optimalen Funktion müssen die Bremsen daher ausreichend gekühlt und außerdem von störenden Verunreinigungen befreit sein. Außerdem braucht ein neuer Bremsbelag immer eine gewisse Einfahrzeit, bis er seine volle Leistung erreicht. Auch auf die Qualität und Hitzebeständigkeit der Bremsflüssigkeit ist zu achten, denn sonst tritt man irgendwann überraschend ins Leere. Zusammengefasst: Jedes Teil der Bremse ist unverzichtbar.

Wie funktioniert die Bremse?

Die Lage der Bremse am Fahrzeug ist schnell beschrieben: Sie befindet sich zwischen Bremspedal und Rad. Ihre aktuell gängigste Bauform ist die Scheibenbremse. Diese presst eine auf der Welle mitlaufende Bremsscheibe beidseitig an die Bremsbeläge. Wegen ihres höheren Wirkungsgrades wird die Scheibenbremse heute meist gegenüber der Trommelbremse bevorzugt.

Die Teile der Bremse gehören zu vier Baugruppen: Betätigung, Übertragung, Radbremse und elektronische Fahrsicherheitssysteme. Die Betätigung erfolgt über das Bremspedal. Dieses wirkt auf den Bremskraftverstärker ein, sodass der Fahrer weniger stark treten muss. Die Kraft wird dann per Bremsflüssigkeit über Bremsleitungen und -schläuche auf den Bremszylinder im Bremssattel übertragen. Dort wird diese Kraft in hydraulischen Druck umgewandelt. Der Bremszylinder wird bewegt, die Bremsbeläge wirken auf die Bremsscheiben und die Reibung daraus stoppt die Bremsscheibe und somit das angeschraubte Rad. Der eigentliche Bremsvorgang ist somit vollendet. Die Fahrsicherheitssysteme ABS und ASR verhindern ergänzend das Blockieren oder Durchdrehen der Räder.